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Der Einbürgerungstest

Einbürgerungstest nicht bestanden – was jetzt?

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Das Wichtigste in Kürze

  • Du kannst den Einbürgerungstest so oft wiederholen, wie du willst. Jeder Versuch kostet 25 Euro.
  • Eine Wartezeit zwischen zwei Versuchen nennt die Einbürgerungstestverordnung nicht – du meldest dich einfach neu an.
  • Finde zuerst heraus, in welchen Themen du Lücken hast, und lerne dann gezielt 2 bis 4 Wochen.
  • Unsere Empfehlung: Melde dich erst wieder zur Prüfung, wenn du in Probeprüfungen regelmäßig 30 oder mehr von 33 richtig hast. Zum Bestehen reichen 17.

Wenn du den Einbürgerungstest nicht bestanden hast, kannst du ihn wiederholen – so oft du willst. Jeder neue Versuch kostet wieder 25 Euro, und du meldest dich wie beim ersten Mal bei einer Prüfstelle an. Wichtiger als ein schneller neuer Termin ist ein Plan: Finde heraus, wo deine Lücken sind, und schließ sie gezielt. So wird der zweite Versuch deutlich leichter.

Was „nicht bestanden“ bedeutet

Du hattest weniger als 17 von 33 Fragen richtig. Das BAMF schickt dir dann per Post eine Bescheinigung mit deiner Punktzahl und dem Vermerk „teilgenommen“ – so wie auch bestandene Ergebnisse verschickt werden. Mehr zum Verfahren steht unter Ergebnis und Zertifikat.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Wiederholen ist unbegrenzt möglich. Es gibt keine Höchstzahl an Versuchen.
  • Jeder Versuch kostet 25 Euro.
  • Keine Sperrfrist in der Verordnung: Die Einbürgerungstestverordnung nennt keine Wartezeit zwischen zwei Versuchen. Wann du wieder dran bist, hängt vor allem davon ab, wann die Prüfstellen freie Termine haben.
  • Für die Einbürgerung zählt nur das Bestehen. Du legst am Ende das Zertifikat über den bestandenen Test vor.
  • Antrag schon gestellt? Dann sag deiner Einbürgerungsbehörde Bescheid, dass du den Test wiederholst, und frag, bis wann sie das Zertifikat braucht.

Und: Laut Bundesinnenministerium haben in den letzten Jahren weit über 90 Prozent der Teilnehmenden den Einbürgerungstest bestanden. Wenn du dich gezielt vorbereitest, schaffst du es beim nächsten Mal sehr wahrscheinlich auch.

Schritt 1: Finde deine Lücken

Direkt nach dem Test weißt du noch am besten, welche Fragen schwer waren. Schreib sie auf – auch nur Stichworte wie „Frage zu Bundesrat“ oder „Bild mit Wappen“.

Mach dann eine Probeprüfung mit 33 Fragen in 60 Minuten. Danach siehst du alle Fehler und kannst sie gezielt üben. Wiederhol das zwei- oder dreimal. So erkennst du ein Muster: Sind die Fehler über alle Themen verteilt, oder hängen sie an wenigen Themen?

In der App sind die 300 allgemeinen Fragen in 11 Themen sortiert. Drei Themen sind besonders groß:

ThemaFragen im KatalogRatgeber
Wahlen & Parteien44Fragen zu Wahlen und Parteien
Staat & Verfassungsorgane43Fragen zu Staat und Verfassungsorganen
Teilung, DDR & Wiedervereinigung42Fragen zu DDR, Mauer und Wiedervereinigung

Zusammen sind das 129 von 300 allgemeinen Fragen, also mehr als 40 Prozent. Lücken in diesen Bereichen fallen besonders ins Gewicht. Dazu kommen die 10 Fragen zu deinem Bundesland: Davon sind 3 in jedem Test – leichte Punkte, wenn du sie sicher kannst.

Schritt 2: Dein Lernplan für den zweiten Versuch

Plane 2 bis 4 Wochen gezieltes Lernen ein – du fängst ja nicht bei null an. Ein möglicher Plan:

  1. Woche 1 – Schwächen: Arbeite deine schwächsten Themen komplett durch, ein bis zwei Themen pro Tag. Übe beim Lernen nach Themen, bis du fast alle Fragen richtig hast.
  2. Woche 2 – Alles einmal: Geh alle 310 Fragen für dein Bundesland einmal durch. Was du falsch hast, wiederholst du am nächsten Tag noch einmal.
  3. Woche 3 – Prüfungstraining: Mach drei bis vier Probeprüfungen pro Woche. Übe jeden Fehler danach sofort.
  4. Woche 4 (wenn nötig) – Sicherheit: Keine neuen Fragen mehr, nur noch Fehler wiederholen und Probeprüfungen.

Unser Richtwert: Melde dich erst wieder zur Prüfung, wenn du in Probeprüfungen regelmäßig 30 oder mehr von 33 richtig hast – also in mehreren Probeprüfungen hintereinander. Das ist keine offizielle Regel, sondern eine Empfehlung. Zum Bestehen reichen 17, aber mit 30 hast du einen Puffer von 13 Punkten für Nervosität und schwierige Formulierungen. Einen ausführlichen Plan findest du unter Wie lange lernen für den Einbürgerungstest?.

Du lernst lieber mit anderen? Zur Vorbereitung gibt es auch Einbürgerungskurse. Die Teilnahme ist freiwillig (§ 10 Abs. 5 StAG). Ob es in deiner Nähe einen Kurs gibt, erfährst du bei deiner Einbürgerungsbehörde oder der Volkshochschule.

Schritt 3: Die typischen Fehlerquellen

  • Verneinte Fragen: Fast 30 der 300 allgemeinen Fragen enthalten ein „nicht“ oder „kein“, zum Beispiel Frage 25: „Was ist kein Bundesland der Bundesrepublik Deutschland?“ Lies jede Frage bis zum Ende.
  • Ähnliche Antworten: Oft klingen zwei Antworten richtig. Lern deshalb, warum eine Antwort stimmt, nicht nur, wie sie aussieht.
  • Falsches Bundesland: Die Landesfragen richten sich nach deinem Wohnort. Bist du umgezogen, lernst du die Fragen zu deinem neuen Bundesland.
  • Unbekannte Wörter: Wörter wie „Verfassungsorgan“ oder „Legislative“ bremsen dich. Das Glossar zum Einbürgerungstest erklärt sie einfach.
  • Leere Kästchen: Falsche Antworten kosten keine Punkte. Kreuz also bei jeder Frage etwas an.

Schritt 4: Nervosität in den Griff bekommen

Nervosität kostet Punkte, auch wenn du den Stoff eigentlich kannst. Diese Punkte helfen:

  • Unter echten Bedingungen üben: Probeprüfungen am Stück, mit Zeitlimit, ohne Handy und ohne Nachschlagen. So wird die Situation vertraut.
  • Die Zeit richtig einschätzen: 60 Minuten sind knapp 2 Minuten pro Frage. Das reicht gut. Wenn du bei einer Frage hängst, mach weiter und komm später zurück.
  • Am Tag davor: Keine neuen Themen mehr. Schlaf genug, pack Ausweis und Kugelschreiber ein und plane den Weg mit Puffer.
  • Im Test: Beantworte zuerst die Fragen, die du sicher weißt. Das gibt Ruhe für den Rest.

Weitere Strategien findest du unter Einbürgerungstest bestehen: 10 Tipps.

Schritt 5: Neu anmelden

Melde dich am besten gleich für einen neuen Termin an. In Großstädten kann die Wartezeit mehrere Monate dauern – die Zeit nutzt du zum Lernen. Wie die Anmeldung funktioniert und was du mitbringen musst, steht unter Einbürgerungstest anmelden. Die Prüfstellen findest du auch auf der Einbürgerungsseite des BAMF.

Häufige Fragen

Wie oft darf man den Einbürgerungstest wiederholen?

So oft du willst – die Zahl der Versuche ist nicht begrenzt. Jeder Versuch kostet 25 Euro.

Wie lange muss ich warten, bis ich den Einbürgerungstest wiederholen kann?

Die Einbürgerungstestverordnung nennt keine Wartezeit. Praktisch hängt es davon ab, wann eine Prüfstelle einen freien Termin hat. Ganz kurzfristig geht es nie, weil die Prüfstelle jeden Termin mindestens drei Wochen vorher beim BAMF anmelden muss – in Großstädten wartest du oft Monate.

Was, wenn ich den Test wegen Krankheit, Behinderung oder Alter nicht schaffen kann?

Wenn du den Test aus einem dieser Gründe nicht ablegen kannst, wird auf ihn verzichtet (§ 10 Abs. 6 StAG). Du brauchst dafür ein ärztliches Attest – sprich deine Einbürgerungsbehörde direkt darauf an. Mehr dazu unter Wer muss keinen Einbürgerungstest machen?.

Wie viele Punkte sollte ich im Probetest haben, bevor ich es noch einmal versuche?

Zum Bestehen reichen 17 von 33. Wir empfehlen trotzdem, dass du in Probeprüfungen regelmäßig 30 oder mehr von 33 richtig hast – das gibt dir einen sicheren Puffer für den Prüfungstag.

Quellen

Wir stützen uns auf amtliche Quellen. Maßgeblich sind immer die aktuellen Gesetze und die Auskunft deiner Einbürgerungsbehörde.

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Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechtsberatung. Gesetze und Verwaltungspraxis können sich ändern; verbindlich ist die Auskunft deiner Einbürgerungsbehörde.