Der Einbürgerungstest
Einbürgerungstest bestehen: 10 Tipps, die wirklich helfen
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Das Wichtigste in Kürze
- Bestanden hast du ab 17 von 33 richtigen Antworten in 60 Minuten. Unsere Empfehlung: Geh erst in den Test, wenn du in Probeprüfungen regelmäßig 30 oder mehr von 33 schaffst.
- Lerne alle 310 Fragen, die für dich gelten: 300 allgemeine und 10 zu deinem Bundesland.
- Verstehe die Antworten, statt Muster auswendig zu lernen, und wiederhole Fehler in wachsenden Abständen.
- Der Test ist nur auf Deutsch – lerne die deutschen Begriffe und achte auf Wörter wie „nicht“ und „kein“.
Den Einbürgerungstest bestehst du mit mindestens 17 richtigen Antworten von 33, und du hast dafür 60 Minuten Zeit. Alle Fragen stammen aus dem offiziellen Fragenkatalog – du kannst dich also genau auf das vorbereiten, was drankommt. Mit den zehn Tipps unten bestehst du nicht knapp, sondern mit viel Puffer. Wie der Test organisatorisch abläuft, erklärt der Artikel Einbürgerungstest: Ablauf und Bestehensgrenze.
Die 10 Tipps auf einen Blick
- Lerne alle 310 Fragen, die für dich gelten.
- Verstehe die Antworten, statt Muster auswendig zu lernen.
- Lerne nach Themen, nicht kreuz und quer.
- Wiederhole deine Fehler in wachsenden Abständen.
- Übe unter echten Prüfungsbedingungen.
- Lerne den deutschen Wortlaut.
- Achte auf Fallen in den Antworten.
- Hol dir die Punkte bei den Landesfragen.
- Plane den Prüfungstag vorher durch.
- Lies jede Antwort, bevor du ankreuzt.
Tipp 1–4: So lernst du den Stoff
1. Lerne alle 310 Fragen, die für dich gelten
Der Katalog hat 460 Fragen: 300 allgemeine Fragen und je 10 Fragen zu jedem der 16 Bundesländer. Für dich zählen davon 310 – die 300 allgemeinen und die 10 Fragen deines Bundeslands. Welches Bundesland das ist, hängt von deinem Wohnort (Hauptwohnsitz) ab, nicht vom Ort, an dem du den Test schreibst. Lerne nur mit dem aktuellen Katalog (Stand 7. Mai 2025), den das BAMF in seinem Online-Testcenter veröffentlicht: Zum 1. Juli 2024 wurden 17 allgemeine und 8 Landesfragen ausgetauscht. Ältere Bücher und Fragenlisten sind deshalb teilweise veraltet.
2. Verstehe die Antworten, statt Muster zu lernen
Wer sich nur „Antwort 1“ oder „die lange Antwort“ merkt, fällt bei der nächsten ähnlichen Frage herein. Ein Beispiel aus dem Katalog: Die Frage nach dem Wappen der Bundesrepublik (Frage 21) und die Frage nach dem Wappen der DDR (Frage 209) zeigen dieselben vier Bilder – einmal ist Bild 1 richtig, einmal Bild 4. Frag dich deshalb bei jeder Frage, warum die richtige Antwort stimmt. Das lohnt sich auch aus einem zweiten Grund: Laut Hinweis des BAMF im Gesamtfragenkatalog können einzelne Formulierungen im Test leicht vom Katalog abweichen. Wer die Antwort verstanden hat, erkennt sie trotzdem.
3. Lerne nach Themen
Im offiziellen Katalog stehen die 300 allgemeinen Fragen einfach durchnummeriert hintereinander. In der App sind sie nach Themen sortiert, zum Beispiel Grundgesetz, Wahlen, Staat, DDR und Wiedervereinigung oder Arbeit und Soziales. Lernst du ein Thema am Stück – zum Beispiel alle 44 Fragen zu Wahlen und Parteien –, hängen die Fakten zusammen: Erststimme, Zweitstimme und 5-Prozent-Hürde erklären sich gegenseitig. In der App kannst du jedes Thema einzeln üben.
4. Wiederhole deine Fehler in wachsenden Abständen
Eine Frage, die du einmal falsch hattest, vergisst du schnell wieder. Wiederhole sie deshalb nach einem Tag, dann nach ein paar Tagen, dann nach einer Woche. Diese Methode heißt verteilte Wiederholung (Spaced Repetition). Unter Wiederholen übernimmt die App das für dich: Falsch beantwortete Fragen kommen in wachsenden Abständen zurück, bis sie sitzen.
Tipp 5–8: So übst du für den Ernstfall
5. Übe unter echten Prüfungsbedingungen
Im Test bekommst du einen Fragebogen mit 33 Fragen: 30 allgemeine und 3 zu deinem Bundesland. Jede Frage hat vier Antworten, genau eine ist richtig. Für alles zusammen hast du 60 Minuten, also knapp zwei Minuten pro Frage. Unser Tipp: Mach ab der zweiten Lernwoche regelmäßig eine vollständige Probeprüfung – ohne Übersetzung, ohne Nachschlagen, mit Uhr.
Die Bestehensgrenze von 17 Punkten liegt knapp über der Hälfte. Plane trotzdem mit deutlich mehr, denn im echten Test kommen Nervosität und Fragen dazu, die dir gerade nicht einfallen. So kannst du deine Ergebnisse einordnen:
| Ergebnis in der Probeprüfung | Unsere Einschätzung |
|---|---|
| unter 17 | noch nicht bestanden – weiter nach Themen lernen |
| 17 bis 24 | bestanden, aber mit wenig Puffer |
| 25 bis 29 | gute Grundlage – Fehler gezielt wiederholen |
| 30 bis 33 | bereit, wenn du das regelmäßig schaffst |
6. Lerne den deutschen Wortlaut
Den Einbürgerungstest gibt es nur auf Deutsch, Wörterbücher und Übersetzungs-Apps sind nicht erlaubt. Eine Übersetzung hilft am Anfang beim Verstehen, aber im Test musst du die deutschen Begriffe sofort erkennen. Wechsle deshalb früh auf den deutschen Text. Schwierige Wörter wie Judikative, Freizügigkeit oder Schöffe erklärt das Glossar zum Einbürgerungstest. Wenn Englisch deine stärkere Sprache ist, lies auch Einbürgerungstest auf Englisch.
7. Achte auf Fallen in den Antworten
Viele falsche Antworten klingen plausibel, weil sie aus demselben Themenfeld stammen. Drei typische Verwechslungen aus dem Katalog:
- Bundestag oder Bundesversammlung? „Wer wählt die deutsche Bundeskanzlerin/den deutschen Bundeskanzler?“ (Frage 83) – richtig ist der Bundestag. Die Bundesversammlung steht als falsche Antwort daneben: Sie wählt die Bundespräsidentin oder den Bundespräsidenten (Frage 86).
- Koalition oder Fraktion? Die Zusammenarbeit von Parteien zur Bildung einer Regierung heißt Koalition (Frage 31). „Fraktion“ ist hier falsch – so heißt die Vereinigung der Abgeordneten einer Partei im Parlament.
- 4 oder 5 Jahre? Der Bundestag wird für 4 Jahre gewählt (Frage 110). „5 Jahre“ steht als Antwort daneben – so lange dauert die Wahlperiode des Europäischen Parlaments und der meisten Landtage.
8. Hol dir die Punkte bei den Landesfragen
Es sind nur 10 Fragen, und 3 davon kommen in jedem Test vor – mit wenig Aufwand sind das sichere Punkte. Die Landesfragen sind in allen Bundesländern ähnlich aufgebaut. Gefragt wird zum Beispiel nach dem Landeswappen, der Lage auf der Landkarte, der Landeshauptstadt, den Farben der Landesflagge, der Wahlperiode des Landesparlaments, dem Wahlalter (meist bei Kommunalwahlen) und dem Titel der Regierungschefin oder des Regierungschefs. Vorsicht bei den Stadtstaaten: Statt nach der Hauptstadt wird gefragt, welches Bundesland ein Stadtstaat ist. Die Regierungsspitze heißt in Berlin Regierende/r Bürgermeister/in, in Hamburg Erste/r Bürgermeister/in und in Bremen Präsident/in des Senats. Alle 10 Fragen mit Lösungen findest du auf den Seiten zu den Bundesländern, zum Beispiel Einbürgerungstest Bayern. Wappen und Karten zeigt die Seite Bilderfragen mit Lösungen.
Tipp 9–10: So holst du am Prüfungstag die Punkte
9. Plane den Prüfungstag vorher durch
- Melde dich früh an: In großen Städten sind die Termine oft Wochen bis Monate im Voraus vergeben.
- Nimm einen gültigen Ausweis mit Lichtbild und einen Stift mit.
- Plane die Anfahrt mit Puffer, damit du ohne Stress ankommst.
- Lerne am Vorabend nichts Neues mehr – geh nur noch deine Fehlerliste durch.
- Rechne nicht mit einem sofortigen Ergebnis: Das BAMF wertet zentral aus und schickt dir das Ergebnis per Post, normalerweise nach sechs bis acht Wochen, derzeit oft später. Mehr dazu: Wann kommt das Ergebnis des Einbürgerungstests?
10. Lies jede Antwort, bevor du ankreuzt
Lies immer alle vier Antworten, auch wenn die erste schon richtig klingt. Achte besonders auf nicht und kein: Bei „Was gehört nicht zur gesetzlichen Sozialversicherung?“ (Frage 100) suchst du die eine Antwort, die nicht passt – hier die Lebensversicherung. Wenn du unsicher bist, streich die Antworten, die sicher falsch sind. Beantworte am besten erst alle Fragen, bei denen du dir sicher bist, und nimm dir danach die schwierigen vor. Lass keine Frage leer: Eine leere Antwort bringt sicher keinen Punkt. Willst du ein Kreuz ändern, füll das alte Kästchen ganz aus und setz ein neues Kreuz – so steht es in der Anleitung auf dem Musterfragebogen des BAMF.
Wenn es beim ersten Mal nicht klappt
Du kannst den Test so oft wiederholen, wie du möchtest; jeder Versuch kostet 25 Euro. Wie du deine Fehler auswertest und gezielt nachlernst, steht im Artikel Einbürgerungstest nicht bestanden. Wie viel Zeit du von Anfang an einplanen solltest, zeigt der Lernplan für den Einbürgerungstest.
Häufige Fragen
Wie viele Fragen muss ich im Einbürgerungstest richtig beantworten?
Mindestens 17 von 33. Jede Frage hat vier Antworten, von denen genau eine richtig ist, und für den ganzen Test hast du 60 Minuten Zeit.
Kommen im Test genau die Fragen aus dem Katalog?
Ja. Die Fragebögen werden aus dem offiziellen Fragenkatalog erstellt (§ 1 Einbürgerungstestverordnung). Einzelne Formulierungen können laut BAMF leicht abweichen – wenn du alle 310 Fragen für dein Bundesland verstanden hast, erwartet dich trotzdem nichts Neues.
Darf ich im Einbürgerungstest ein Wörterbuch benutzen?
Nein. Der Test findet nur auf Deutsch statt, Wörterbücher und Übersetzungs-Apps sind nicht erlaubt. Wir empfehlen deshalb, spätestens in den letzten zwei Wochen nur noch mit dem deutschen Text zu üben.
Wie oft kann ich den Einbürgerungstest wiederholen?
So oft du möchtest. Jeder Versuch kostet 25 Euro, und du meldest dich dafür neu bei einer Prüfstelle an.
Ist der Einbürgerungstest schwer?
Mit Vorbereitung ist er gut zu schaffen, weil alle Fragen öffentlich sind. Schwierig wird es vor allem durch die Sprache und durch Antworten, die sich ähneln – genau dagegen helfen die Tipps oben.
Quellen
- BAMF: Einbürgerung und Einbürgerungstest
- EinbTestV § 1 (gesetze-im-internet.de)
- BAMF: Online-Testcenter und Gesamtfragenkatalog
- StAG § 10 (gesetze-im-internet.de)
Wir stützen uns auf amtliche Quellen. Maßgeblich sind immer die aktuellen Gesetze und die Auskunft deiner Einbürgerungsbehörde.
Weiterlesen
- Der EinbürgerungstestWie lange lernen für den Einbürgerungstest? Ein LernplanWie viel Zeit du für den Einbürgerungstest einplanen solltest, wie du 310 Fragen sinnvoll aufteilst und woran du merkst, dass du bereit bist.
- Der EinbürgerungstestEinbürgerungstest: Ablauf, Fragen und Bestehensgrenze33 Fragen, 60 Minuten, 17 richtige Antworten: So läuft der Einbürgerungstest ab – von der Anmeldung über den Prüfungstag bis zum Ergebnis.
- Der EinbürgerungstestEinbürgerungstest nicht bestanden – was jetzt?Durchgefallen? Du kannst den Einbürgerungstest wiederholen. So analysierst du deine Fehler, lernst gezielt nach und bestehst beim nächsten Versuch sicher.
Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechtsberatung. Gesetze und Verwaltungspraxis können sich ändern; verbindlich ist die Auskunft deiner Einbürgerungsbehörde.