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Feiertage in Deutschland und was hinter ihnen steckt

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Das Wichtigste in Kürze

  • Einziger Feiertag nach Bundesrecht ist der 3. Oktober, Tag der Deutschen Einheit – er erinnert an die Wiedervereinigung 1990.
  • Alle anderen Feiertage legen die Bundesländer fest. Neun gelten überall: Neujahr, Karfreitag, Ostermontag, 1. Mai, Christi Himmelfahrt, Pfingstmontag, 3. Oktober und beide Weihnachtstage.
  • Regionale Feiertage wie Fronleichnam, Allerheiligen oder der Reformationstag gelten nur in manchen Ländern – Bayern hat die meisten.
  • Im Test gefragt: Pfingsten ist ein christlicher Feiertag, zu Ostern bemalt man Eier, zu Weihnachten schmückt man einen Tannenbaum, am Rosenmontag trägt man Kostüme.
  • Gedenktage ohne Feiertag: 27. Januar (Opfer des Nationalsozialismus), 17. Juni (Aufstand in der DDR 1953), 9. November (1938 und 1989).

Deutschland hat nur einen Feiertag, den der Bund selbst per Gesetz festlegt: den Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober. Alle anderen gesetzlichen Feiertage bestimmen die 16 Bundesländer. Neun Feiertage gelten trotzdem überall, die meisten davon haben einen christlichen Hintergrund. Dazu kommen regionale Feiertage – deshalb haben Menschen in Bayern mehr freie Tage als in Berlin oder Hamburg. Im Einbürgerungstest geht es vor allem um den 3. Oktober, um Bräuche zu Ostern und Weihnachten und um Gedenktage wie den 27. Januar.

Der 3. Oktober: Tag der Deutschen Einheit

Am 3. Oktober feiert Deutschland den Tag der Deutschen Einheit (Frage 194). An diesem Tag trat 1990 die DDR der Bundesrepublik bei – Deutschland war wiedervereinigt. Der Feiertag steht im Einigungsvertrag (Art. 2) und ist der einzige, den das Bundesrecht festlegt. Als Nationalfeiertag gehört er zu den Staatssymbolen Deutschlands.

Vor 1990 war in der Bundesrepublik der 17. Juni der „Tag der deutschen Einheit“ (Frage 186). Er erinnerte an den Volksaufstand in der DDR am 17. Juni 1953. Nach dem Mauerfall wurde auch der 9. November als Feiertag diskutiert. Er kam aber nicht infrage, weil an diesem Datum 1938 die Nationalsozialisten Synagogen und jüdische Geschäfte zerstörten. Die zentrale Feier zum 3. Oktober richtet jedes Jahr ein anderes Bundesland aus – das Land, das gerade den Vorsitz im Bundesrat hat.

Die neun Feiertage in ganz Deutschland

Diese neun Feiertage sind in allen 16 Bundesländern gesetzlich geschützt:

FeiertagDatumBedeutung
Neujahr1. JanuarBeginn des neuen Jahres
KarfreitagFreitag vor OsternKreuzigung und Tod von Jesus
OstermontagMontag nach OstersonntagAuferstehung von Jesus
Tag der Arbeit1. MaiArbeiterbewegung, Rechte der Beschäftigten
Christi HimmelfahrtDonnerstag, 39 Tage nach OstersonntagJesus kehrt zu Gott zurück
PfingstmontagMontag, sieben Wochen nach OstermontagHeiliger Geist, Anfang der Kirche
Tag der Deutschen Einheit3. OktoberWiedervereinigung 1990
1. Weihnachtstag25. DezemberGeburt von Jesus
2. Weihnachtstag26. DezemberWeihnachten

Oster- und Pfingstsonntag sind Sonntage und damit ohnehin arbeitsfrei. Heiligabend (24. Dezember) und Silvester (31. Dezember) sind keine gesetzlichen Feiertage, auch wenn viele Geschäfte an diesen Tagen schon mittags schließen. Fällt ein Feiertag auf einen Samstag oder Sonntag, gibt es keinen Ersatztag. Das Grundgesetz schützt Sonntage und staatlich anerkannte Feiertage als „Tage der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung“ (Art. 140 GG in Verbindung mit Art. 139 der Weimarer Verfassung).

Christliche Feiertage und ihre Bräuche

Das Christentum hat die deutsche Kultur geprägt, deshalb sind die meisten Feiertage christlich. Staat und Religion sind in Deutschland aber getrennt: Frei haben alle, egal ob und woran sie glauben.

  • Ostern ist das wichtigste Fest der Christen. Am Karfreitag denken sie an den Tod von Jesus, am Ostersonntag feiern sie seine Auferstehung. Ostern ist immer der erste Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling, deshalb wechselt das Datum jedes Jahr. Typischer Brauch: Eier bemalen und für Kinder verstecken (Frage 293).
  • Christi Himmelfahrt ist immer ein Donnerstag. Viele Menschen feiern an diesem Tag auch den Vatertag, oft mit Ausflügen.
  • Pfingsten ist ein christlicher Feiertag (Frage 294) – kein Gedenktag und kein bayerischer Brauch, wie falsche Antworten im Test behaupten. Christen feiern, dass der Heilige Geist zu den Jüngern von Jesus kam. Der Name kommt vom griechischen Wort für „der fünfzigste (Tag)“.
  • Weihnachten erinnert an die Geburt von Jesus. Die vier Wochen davor heißen Adventszeit. Man schmückt einen Tannenbaum, und die Geschenke gibt es meist schon am Heiligabend.

Regionale Feiertage: Warum Bayern mehr frei hat als Berlin

Weil die Länder ihre Feiertage selbst festlegen, gibt es große Unterschiede. Im katholisch geprägten Süden und Westen gibt es mehr kirchliche Feiertage, im eher evangelischen Norden und Osten ist der Reformationstag frei.

FeiertagDatumWo er gilt
Heilige Drei Könige6. JanuarBaden-Württemberg, Bayern, Sachsen-Anhalt
Internationaler Frauentag8. MärzBerlin, Mecklenburg-Vorpommern
FronleichnamDonnerstag, 60 Tage nach OstersonntagBaden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland; in einzelnen Gemeinden in Sachsen und Thüringen
Mariä Himmelfahrt15. AugustSaarland; in Bayern in Gemeinden mit überwiegend katholischer Bevölkerung
Weltkindertag20. SeptemberThüringen
Reformationstag31. OktoberBrandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Thüringen
Allerheiligen1. NovemberBaden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland
Buß- und BettagMittwoch zwischen 16. und 22. NovemberSachsen

Der Reformationstag erinnert an Martin Luther, der am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen veröffentlichte – der Beginn der Reformation und der evangelischen Kirchen. Allerheiligen ist ein katholischer Feiertag, an dem viele Familien die Gräber ihrer Verstorbenen besuchen. Der Buß- und Bettag war bis 1994 in ganz Deutschland frei. Er wurde abgeschafft, um die neue Pflegeversicherung zu finanzieren. Nur Sachsen hat ihn behalten – dort zahlen Beschäftigte dafür einen höheren Anteil am Pflegebeitrag. Die jüngsten Feiertage sind nicht religiös: Berlin führte den Frauentag 2019 ein, Mecklenburg-Vorpommern 2023, und Thüringen feiert seit 2019 den Weltkindertag.

Der 1. Mai und die anderen weltlichen Feiertage

Nicht alle Feiertage sind religiös. Der 1. Mai geht auf die internationale Arbeiterbewegung zurück, die Ende des 19. Jahrhunderts unter anderem für den Achtstundentag kämpfte. Dauerhaft gesetzlicher Feiertag wurde er in Deutschland erst 1933 – ausgerechnet unter den Nationalsozialisten, die einen Tag später die freien Gewerkschaften zerschlugen. Heute rufen die Gewerkschaften am 1. Mai zu Kundgebungen auf. Neujahr ist schlicht der erste Tag des Jahres, der 3. Oktober der Tag der Einheit. Frauentag und Weltkindertag stehen für die Rechte von Frauen und Kindern.

Gedenktage und Feste ohne freien Tag

Manche Tage sind wichtig, obwohl an ihnen gearbeitet wird. Im Test kommen vor allem diese vor:

  • 27. Januar: offizieller Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus, seit 1996. An diesem Tag wurde 1945 das Vernichtungslager Auschwitz befreit (Frage 220).
  • 8. Mai: Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa 1945.
  • 17. Juni: Volksaufstand in der DDR 1953 – bis 1990 Feiertag in der Bundesrepublik.
  • 9. November: ein Schicksalstag der deutschen Geschichte – 1918 Ausrufung der Republik, 1938 Pogrome gegen Jüdinnen und Juden, 1989 Fall der Berliner Mauer.
  • Karneval, Fasching oder Fastnacht: Menschen tragen bunte Kostüme und Masken. Höhepunkt ist der Rosenmontag mit großen Umzügen, etwa in Köln, Düsseldorf und Mainz (Frage 264). Er ist kein gesetzlicher Feiertag, aber in den Karnevalshochburgen haben viele frei.
  • Oktoberfest: ein großes Volksfest in München, kein Feiertag – im Test eine falsche Antwort.

Jüdische und muslimische Feste wie Jom Kippur oder das Zuckerfest am Ende des Ramadan sind keine gesetzlichen Feiertage. Viele Bundesländer erlauben aber, dass Schülerinnen und Schüler an hohen Feiertagen ihrer Religion vom Unterricht befreit werden – frag bei der Schule nach. Mehr Jahreszahlen findest du in der Zeitleiste zur deutschen Geschichte, alle passenden Testfragen bei den Fragen zu Religion, Kultur und Zusammenleben und den Fragen zu Geschichte, Symbolen und Erinnerung. Üben kannst du sie gezielt im Übungsmodus.

Häufige Fragen

Welcher Tag ist der Nationalfeiertag in Deutschland?

Der 3. Oktober, der Tag der Deutschen Einheit. Er erinnert an die Wiedervereinigung 1990 und ist der einzige Feiertag, den der Bund per Gesetz festlegt – im Einigungsvertrag.

Wie viele gesetzliche Feiertage gibt es in Deutschland?

Neun gelten bundesweit. Mit den regionalen Feiertagen sind es je nach Bundesland 10 bis 13 – die meisten hat Bayern. In der Stadt Augsburg kommt mit dem Friedensfest am 8. August sogar ein 14. Feiertag dazu.

Sind Heiligabend und Silvester Feiertage?

Nein. Der 24. und der 31. Dezember sind normale Werktage, auch wenn viele Geschäfte früher schließen und manche Arbeitgeber freigeben. Gesetzliche Feiertage sind erst der 25. und 26. Dezember und der 1. Januar.

Ist der Rosenmontag ein Feiertag?

Nein, der Rosenmontag ist in keinem Bundesland ein gesetzlicher Feiertag. In Karnevalshochburgen wie Köln, Düsseldorf oder Mainz haben aber viele Beschäftigte frei, weil Betriebe und manche Behörden schließen.

Was passiert, wenn ein Feiertag auf ein Wochenende fällt?

Nichts – in Deutschland gibt es keinen Ersatztag. Fällt zum Beispiel der 3. Oktober auf einen Samstag, entfällt der freie Tag für alle, die ohnehin samstags frei haben.

Quellen

Wir stützen uns auf amtliche Quellen. Maßgeblich sind immer die aktuellen Gesetze und die Auskunft deiner Einbürgerungsbehörde.

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