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Wissen für den Test

Deutsche Geschichte für den Einbürgerungstest: Die Zeitleiste

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Das Wichtigste in Kürze

  • Die wichtigsten Jahreszahlen für den Test: 1933 (Hitler wird Reichskanzler), 1939–1945 (Zweiter Weltkrieg), 1949 (Bundesrepublik und DDR), 1961 (Mauerbau), 1989 (Mauerfall), 1990 (Wiedervereinigung).
  • Am 8. Mai 1945 endete der Zweite Weltkrieg in Europa mit der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands.
  • Nach 1945 war Deutschland in vier Besatzungszonen geteilt (USA, Sowjetunion, Großbritannien, Frankreich); die DDR entstand in der sowjetischen Zone.
  • Am 3. Oktober 1990 traten die fünf ostdeutschen Länder der Bundesrepublik bei – seitdem hat Deutschland seine heutigen Grenzen.
  • 1848, 1871 und 1918/19 werden kaum direkt gefragt, erklären aber Flagge, Wahlrecht und Grundgesetz.

Für den Einbürgerungstest musst du vor allem diese Daten sicher kennen: 1933 (Hitler wird Reichskanzler), 1939 bis 1945 (Zweiter Weltkrieg), 8. Mai 1945 (Kriegsende in Europa), 1949 (Gründung von Bundesrepublik und DDR), 17. Juni 1953 (Volksaufstand in der DDR), 1961 (Bau der Berliner Mauer), 9. November 1989 (Mauerfall) und 3. Oktober 1990 (Wiedervereinigung). Fast alle Geschichtsfragen im Katalog betreffen die Zeit ab 1933. Was davor passierte, wird kaum direkt gefragt – es hilft dir aber, viele Antworten zu verstehen, statt sie nur auswendig zu lernen.

Die Zeitleiste auf einen Blick

JahrEreignisWarum es wichtig ist
1848/49Revolution, Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskircheerster Versuch einer demokratischen Verfassung für ganz Deutschland; Schwarz-Rot-Gold wird Symbol der Freiheit
1871Gründung des Deutschen Kaiserreichserster deutscher Nationalstaat, mit einem Kaiser an der Spitze
1918/19Ende des Ersten Weltkriegs, Weimarer Republikerste deutsche Demokratie; Frauen dürfen zum ersten Mal wählen
1933Hitler wird ReichskanzlerBeginn der NS-Diktatur, die bis 1945 dauert
1938Novemberpogrom am 9. NovemberSynagogen und jüdische Geschäfte werden zerstört
1939–1945Zweiter Weltkrieg und HolocaustVölkermord an etwa sechs Millionen Jüdinnen und Juden
8. Mai 1945bedingungslose Kapitulation DeutschlandsEnde des Zweiten Weltkriegs in Europa
1948/49Berlin-Blockade und LuftbrückeWest-Berlin wird fast ein Jahr lang aus der Luft versorgt
23. Mai 1949Grundgesetz wird verkündetGründung der Bundesrepublik Deutschland
7. Oktober 1949Gründung der DDRzweiter deutscher Staat, in der sowjetischen Zone
17. Juni 1953Volksaufstand in der DDRStreiks und Proteste, von sowjetischen Truppen niedergeschlagen
1957Römische VerträgeGründung der EWG, aus der später die EU wird
13. August 1961Bau der Berliner MauerBerlin ist bis 1989 geteilt
1970Kniefall von Willy Brandt in WarschauBitte um Vergebung, Versöhnung mit Polen
9. November 1989Öffnung der MauerEnde der Teilung beginnt
3. Oktober 1990Wiedervereinigungheutige Grenzen, Tag der Deutschen Einheit
2002Euro als Bargeldgemeinsame Währung in vielen EU-Ländern

1848 bis 1918: Freiheitsbewegung und Kaiserreich

Im 19. Jahrhundert bestand Deutschland aus vielen einzelnen Staaten. 1848 forderten Menschen in vielen Städten Freiheit, Grundrechte und einen gemeinsamen Staat. In der Frankfurter Paulskirche tagte die erste frei gewählte Nationalversammlung und schrieb eine Verfassung mit Grundrechten. Sie trat nie in Kraft: Der preußische König lehnte die Kaiserkrone ab, und die Revolution wurde 1849 niedergeschlagen. Geblieben sind die Farben der Bewegung: Schwarz-Rot-Gold, heute die Farben der deutschen Flagge.

1871 wurde das Deutsche Kaiserreich gegründet – der erste deutsche Nationalstaat, mit dem preußischen König als Kaiser und Otto von Bismarck als Reichskanzler. Den Reichstag wählten nur Männer. In dieser Zeit entstand die gesetzliche Sozialversicherung: Kranken-, Unfall- und Rentenversicherung gehen auf die 1880er-Jahre zurück und sind bis heute ein Kern des Sozialstaats. Der Erste Weltkrieg (1914–1918) endete mit der Niederlage Deutschlands.

1918 bis 1933: Die Weimarer Republik

Im November 1918 endete die Monarchie, am 9. November 1918 wurde die Republik ausgerufen. Frauen bekamen das Wahlrecht und durften am 19. Januar 1919 bei der Wahl zur Nationalversammlung zum ersten Mal wählen und gewählt werden. Die Nationalversammlung tagte in Weimar – daher der Name Weimarer Republik.

Die erste deutsche Demokratie hatte es schwer: die Folgen des verlorenen Krieges, die Inflation von 1923, ab 1929 die Weltwirtschaftskrise mit Millionen Arbeitslosen, dazu viele Parteien und viele Feinde der Demokratie im Parlament. Aus diesen Erfahrungen hat die Bundesrepublik gelernt: Die 5-Prozent-Hürde im Wahlrecht soll eine Zersplitterung des Parlaments verhindern, und nach dem Grundgesetz können Parteien, die die Demokratie abschaffen wollen, verboten werden.

1933 bis 1945: NS-Diktatur, Krieg und Holocaust

Am 30. Januar 1933 wurde Adolf Hitler Reichskanzler. Die Nationalsozialisten errichteten in wenigen Monaten eine Diktatur: Andere Parteien wurden verboten, die Presse zensiert, Gegnerinnen und Gegner willkürlich verhaftet. Freie Wahlen gab es nicht mehr. Der NS-Staat betrieb eine Politik des staatlichen Rassismus: Jüdinnen und Juden wurden entrechtet und verfolgt. Am 9. November 1938 zerstörten Nationalsozialisten und ihre Anhänger in ganz Deutschland Synagogen und jüdische Geschäfte (Frage 164).

Mit dem Angriff auf Polen am 1. September 1939 begann der Zweite Weltkrieg, in dem über 60 Millionen Menschen starben. Im Holocaust (hebräisch: Schoah) ermordeten die Nationalsozialisten etwa sechs Millionen europäische Jüdinnen und Juden. Verfolgt und ermordet wurden auch Sinti und Roma, Menschen mit Behinderungen, politische Gegner, Homosexuelle und viele andere. Am 27. Januar 1945 wurde das Vernichtungslager Auschwitz befreit – dieser Tag ist heute ein offizieller Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus.

Widerstand war lebensgefährlich. Am 20. Juli 1944 versuchte Claus Schenk Graf von Stauffenberg, Hitler mit einer Bombe zu töten; das Attentat scheiterte. Der Krieg in Europa endete am 8. Mai 1945 mit der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands (Frage 153). Vorsicht: Hitler hatte sich schon am 30. April 1945 das Leben genommen – das Kriegsende ist nicht sein Todestag. Alle Fragen zu dieser Zeit findest du unter Fragen zu Nationalsozialismus und Zweitem Weltkrieg.

1945 bis 1949: Besatzung und zwei deutsche Staaten

Nach dem Krieg teilten die vier Alliierten – USA, Sowjetunion, Großbritannien und Frankreich – Deutschland in vier Besatzungszonen und Berlin in vier Sektoren. Grob gilt: die Briten im Nordwesten, die Amerikaner im Süden, die Franzosen im Südwesten, die Sowjets im Osten. Die sowjetische Zone umfasste im Wesentlichen die heutigen Länder Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Japan war keine Besatzungsmacht – eine beliebte falsche Antwort.

Zwischen den Westmächten und der Sowjetunion wuchsen die Spannungen. Als 1948 in den Westzonen die D-Mark eingeführt wurde, unterbrach die Sowjetunion den gesamten Verkehr auf dem Landweg nach West-Berlin. Von Juni 1948 bis Mai 1949 versorgten amerikanische und britische Flugzeuge die Stadt über die Luftbrücke (Frage 178).

1949 entstanden zwei Staaten:

  • 23. Mai 1949: Das Grundgesetz wird verkündet, die Bundesrepublik Deutschland ist gegründet – in den drei Westzonen. Hauptstadt wird Bonn, erster Bundeskanzler Konrad Adenauer.
  • 7. Oktober 1949: In der sowjetischen Zone wird die Deutsche Demokratische Republik (DDR) gegründet. Sie besteht bis 1990.

1949 bis 1989: Bundesrepublik und DDR

MerkmalBundesrepublikDDR
Staatsformparlamentarische DemokratieDiktatur der SED
Wirtschaftsoziale MarktwirtschaftPlanwirtschaft
BündnisNATO (ab 1955)Warschauer Pakt
ZuwanderungGastarbeiter, die ersten aus ItalienVertragsarbeiter aus Vietnam, Polen, Mosambik

In der Bundesrepublik brachten die 1950er-Jahre das Wirtschaftswunder. Weil Arbeitskräfte fehlten, warb sie ab 1955 Gastarbeiterinnen und Gastarbeiter an, zuerst aus Italien, später unter anderem aus Spanien, Griechenland und der Türkei. 1957 gründete die Bundesrepublik mit fünf anderen Staaten durch die Römischen Verträge die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG).

In der DDR regierte die SED; der Geheimdienst Stasi (Ministerium für Staatssicherheit) überwachte die Menschen. Am 17. Juni 1953 gab es landesweite Streiks und einen Volksaufstand, den sowjetische Truppen niederschlugen. In der Bundesrepublik war der 17. Juni danach bis 1990 ein Feiertag. Weil immer mehr Menschen in den Westen flohen, baute die DDR am 13. August 1961 die Mauer in Berlin. Sie teilte die Stadt 28 Jahre lang.

1970 kniete Bundeskanzler Willy Brandt in Warschau vor dem Denkmal für den Aufstand im jüdischen Ghetto nieder. Mit diesem Kniefall bat er Polen und die polnischen Juden um Vergebung (Frage 181). Mit den Ostverträgen verbesserte er die Beziehungen zu den östlichen Nachbarn.

1989/90: Friedliche Revolution und Wiedervereinigung

Im Herbst 1989 gingen in der DDR, vor allem in Leipzig, jeden Montag Zehntausende auf die Straße. Bei diesen Montagsdemonstrationen riefen sie: „Wir sind das Volk“. Die DDR veränderte sich von einer Diktatur zur Demokratie – diese Zeit heißt die Wende. Am 9. November 1989 wurde die Mauer geöffnet.

Am 18. März 1990 wählten die Menschen in der DDR zum ersten Mal frei ihr Parlament, die Volkskammer. Am 3. Oktober 1990 traten die fünf ostdeutschen Länder der Bundesrepublik bei (Frage 204), Ost- und West-Berlin wurden wieder eine Stadt. Das ist die Deutsche Wiedervereinigung. Seitdem hat Deutschland seine heutigen Grenzen, und die neuen Länder gehören auch zur EU. Helmut Kohl gilt als „Kanzler der Deutschen Einheit“ (Frage 215). Der 3. Oktober ist als Tag der Deutschen Einheit Nationalfeiertag – mehr bei den Feiertagen in Deutschland. Die Fragen zu dieser Zeit sammelt die Seite Fragen zu DDR, Mauer und Wiedervereinigung.

Europa und Erinnerung heute

Die Bundesrepublik ist Gründungsmitglied der EU (damals EWG) – nicht aber der NATO (Beitritt 1955) oder der Vereinten Nationen (Beitritt 1973). Genau das prüft Frage 173. 1993 entstand mit dem Vertrag von Maastricht auf der Grundlage der EWG die Europäische Union; seit 2002 zahlt man in Deutschland mit Euro-Bargeld, heute hat die EU 27 Mitgliedstaaten. Die Aussöhnung mit Frankreich – vom Élysée-Vertrag 1963 bis zum gemeinsamen Gedenken von Helmut Kohl und François Mitterrand 1984 in Verdun – steht für das wichtigste Ziel der EU: Frieden und Sicherheit.

Die Erinnerung an die NS-Verbrechen gehört fest zu Deutschland. Stolpersteine im Straßenpflaster erinnern an einzelne Opfer, der 27. Januar ist Gedenktag. Aus den Verbrechen an den Juden folgt Deutschlands besondere Verantwortung für Israel, das 1948 auf Grundlage einer UN-Resolution gegründet wurde. Jüdisches Leben gibt es auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands seit etwa 1.700 Jahren: Die älteste Quelle über Juden in Köln stammt aus dem Jahr 321. Diese Fragen und die zu Flagge, Wappen und Hymne findest du unter Fragen zu Geschichte, Symbolen und Erinnerung.

Häufige Fragen

Welche Jahreszahlen muss ich für den Einbürgerungstest wissen?

Am häufigsten gefragt werden 1933, 1939–1945, 1949, 1953, 1961, 1989 und 1990, außerdem 1957 (Römische Verträge) und 2002 (Euro-Bargeld). Bei 1949 musst du beide Gründungen kennen: Bundesrepublik (23. Mai) und DDR (7. Oktober).

Wann war die Wiedervereinigung Deutschlands?

Am 3. Oktober 1990. Die fünf ostdeutschen Länder traten der Bundesrepublik bei. Der Mauerfall am 9. November 1989 war fast ein Jahr früher – im Test werden beide Daten gefragt.

Kommt die Weimarer Republik im Einbürgerungstest vor?

Nicht mit eigenen Fragen. Sie hilft aber, Regeln der heutigen Demokratie zu verstehen – zum Beispiel, warum es die 5-Prozent-Hürde gibt: Viele kleine Parteien erschweren die Regierungsbildung (Frage 127).

Wer war der erste Bundeskanzler der Bundesrepublik?

Konrad Adenauer, Bundeskanzler von 1949 bis 1963. Im Katalog wird das gleich zweimal gefragt (Fragen 165 und 180).

Quellen

Wir stützen uns auf amtliche Quellen. Maßgeblich sind immer die aktuellen Gesetze und die Auskunft deiner Einbürgerungsbehörde.

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Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechtsberatung. Gesetze und Verwaltungspraxis können sich ändern; verbindlich ist die Auskunft deiner Einbürgerungsbehörde.